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Was ist Unfruchtbarkeit?

Was ist Unfruchtbarkeit?

Was ist Unfruchtbarkeit?

Unfruchtbarkeit bezeichnet die Situation, in der trotz regelmäßigen Geschlechtsverkehrs (2–3 Mal pro Woche) ohne Verhütungsmittel über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr keine Schwangerschaft eintritt. Unfruchtbarkeit ist auch unter dem Begriff Sterilität bekannt.

 

Wie erkennt man, ob man unfruchtbar ist?

Unfruchtbarkeit, die nicht durch eine andere ernsthafte Erkrankung verursacht wird, zeigt keine Symptome, die die Lebensqualität beeinträchtigen oder eine Behandlung erfordern. Das Alter, in dem man erkennt, dass man unfruchtbar ist, ist ein sehr wichtiger Bewertungsfaktor. Während bei Frauen unter 35 Jahren ein Jahr ohne Empfängnis als Kriterium gilt, verkürzt sich dieser Zeitraum bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren auf 6 Monate und bei Frauen über 40 auf 3 Monate. Bei Verdacht auf Unfruchtbarkeit sollte ein Gynäkologe oder ein Reproduktionsendokrinologe konsultiert werden.

Bei Frauen werden bei Bedarf Bluttests, Hormonanalysen, Temperaturkurven, Gebärmutterspiegelungen, Laparoskopie und Hysteroskopie eingesetzt. Bei Männern ist das Spermiogramm der wichtigste Test zur Feststellung der Fruchtbarkeit. Darüber hinaus können genetische Untersuchungen, die Entnahme von Gewebe aus den Hoden zu diagnostischen Zwecken und die pathologische Untersuchung der Spermien erforderlich sein.

 

Zusammenhang zwischen Alter und Unfruchtbarkeit

Das Alter ist ein direkt die Fruchtbarkeit beeinflussender Faktor. Es ist allgemein bekannt, dass ein höheres Alter der Frau die Empfängniswahrscheinlichkeit senkt. Jüngste Studien zeigen, dass auch das Alter des Mannes einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat – wenn auch in geringerem Maße.

Wenn die Frau unter 30 ist, wird erst nach einem Jahr erfolglosen Versuchs von Unfruchtbarkeit gesprochen. Ist die Frau über 30, verkürzt sich dieser Zeitraum auf 6 Monate.

Der entscheidende Unterschied bei der Frau besteht darin, dass sie mit allen Eizellen geboren wird, die sie im Laufe ihres Lebens haben wird. Es werden keine neuen Eizellen nachproduziert. Ab der Pubertät reift in jedem Zyklus eine Eizelle vollständig heran, während andere degenerieren. Wenn die Eizellreserve aufgebraucht ist, beginnt die Menopause.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für DNA-Schäden in den Eizellen, was die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten erhöht. Zusätzlich verändert sich das Hormonmuster, wodurch die Erfolgsrate einer Schwangerschaft im Alter sinkt.

 

Beurteilung der Eierstockreserve anhand des AMH-Wertes

  • < 0,4 ng/ml: Sehr niedrige Eizellreserve – Eizellspende empfohlen.

  • 0,7 – 1,0 ng/ml: Unterdurchschnittlich – schneller Beginn einer IVF-Behandlung empfohlen.

  • 1,0 – 1,96 ng/ml: Mittlere Reserve – individuelle Entscheidung je nach weiterer Diagnostik.

  • 1,96 – 4,2 ng/ml: Normale Reserve – Therapie richtet sich nach anderen Paarfaktoren.

  • 4,2 ng/ml: Verdacht auf PCOS – erhöhtes Risiko für Überstimulation nach der Behandlung.

 

Alterungsprozess beim Mann

Männer sind in Bezug auf die Fortpflanzungszellen glücklicher: Die Spermienproduktion beginnt mit der Pubertät und dauert lebenslang an. Ein vollständiger Spermienzyklus dauert 72 Tage. Daher ist das Alter bei Männern weniger kritisch, auch wenn mit dem Alter Probleme wie Testosteronmangel, Prostatabeschwerden, erektile Dysfunktion und Umweltfaktoren auftreten können.

 

Unfruchtbarkeit ist kein Schicksal

Eizellspende und Samenspenden bieten Paaren, bei denen mehrere IVF-Versuche erfolglos waren, neue Hoffnung. Die hohen Erfolgsraten dieser Methoden (60–70 %) resultieren daraus, dass gesunde, geprüfte Spender verwendet werden, bei denen keine Fruchtbarkeitsprobleme bestehen.

Häufig gestellte Fragen zur Unfruchtbarkeit

Welche Symptome weist Unfruchtbarkeit auf?
Unfruchtbarkeit verursacht häufig keine eindeutigen Beschwerden. Das häufigste Anzeichen ist das Ausbleiben einer Schwangerschaft trotz regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Bei Frauen können unregelmäßige Menstruationszyklen oder Probleme mit dem Eisprung auftreten, während bei Männern eine verminderte Spermienanzahl oder -beweglichkeit eine Rolle spielen kann.
Betrifft Unfruchtbarkeit nur Frauen?
Nein, Unfruchtbarkeit betrifft nicht ausschließlich Frauen. Etwa ein Drittel der Fälle ist auf weibliche Faktoren zurückzuführen, ein weiteres Drittel auf männliche Faktoren. In den übrigen Fällen sind beide Partner betroffen oder die Ursache bleibt unklar.
Kann Unfruchtbarkeit behandelt werden?
Ja, in vielen Fällen kann Unfruchtbarkeit erfolgreich behandelt werden. Zu den möglichen Methoden gehören hormonelle Therapien, Insemination (IUI), IVF sowie ICSI. Mit einer individuell angepassten Behandlung können viele Paare eine Schwangerschaft erreichen.
Wann sollte eine Abklärung erfolgen?
Paare unter 35 Jahren sollten nach etwa einem Jahr regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs ohne Schwangerschaft eine Abklärung durchführen lassen. Bei Frauen über 35 Jahren wird eine frühere Untersuchung empfohlen.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Zur Diagnose werden beide Partner untersucht. Bei Frauen kommen unter anderem Hormonanalysen, Ultraschalluntersuchungen und bildgebende Verfahren der Gebärmutter zum Einsatz. Bei Männern ist die Spermaanalyse die wichtigste Untersuchung.
Beeinflusst der Lebensstil die Fruchtbarkeit?
Ja, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Stress, Übergewicht und ungesunde Lebensgewohnheiten können sich negativ auf die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern auswirken. Ein gesunder Lebensstil kann die reproduktive Gesundheit unterstützen.
Kann Stress Unfruchtbarkeit verursachen?
Ein hoher Stresslevel kann das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen und sich indirekt auf die Fruchtbarkeit auswirken. In den meisten Fällen hat Unfruchtbarkeit jedoch mehrere Ursachen und sollte medizinisch abgeklärt werden.
Kann Unfruchtbarkeit genetisch bedingt sein?
In einigen Fällen können genetische Faktoren eine Rolle spielen. Chromosomale Veränderungen oder erbliche Erkrankungen können die Fruchtbarkeit beeinflussen, weshalb genetische Untersuchungen sinnvoll sein können.
Nimmt die Fruchtbarkeit mit dem Alter ab?
Ja, insbesondere bei Frauen nimmt die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter ab, vor allem nach dem 35. Lebensjahr. Auch bei Männern kann sich die Spermienqualität im Laufe der Zeit verändern. Das Alter ist ein wichtiger Faktor bei der Familienplanung.
Was bedeutet ungeklärte Unfruchtbarkeit?
Wenn trotz umfassender Untersuchungen keine eindeutige Ursache gefunden wird, spricht man von ungeklärter Unfruchtbarkeit. Dennoch stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Wann wird IVF empfohlen?
Eine IVF wird in der Regel empfohlen, wenn andere Behandlungsmethoden nicht erfolgreich waren oder wenn deutliche Probleme mit Spermien, Eizellen oder Eileitern vorliegen.
Was sollten Paare bei Unfruchtbarkeit tun?
Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sollten einen Spezialisten aufsuchen, um eine umfassende Abklärung durchführen zu lassen. Eine frühzeitige Diagnose und ein individuell angepasster Behandlungsplan können die Chancen auf eine Schwangerschaft deutlich verbessern.

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