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Unfruchtbarkeit bei Männern

Unfruchtbarkeit bei Männern

Bei etwa 30–50 % der Paare, die keine Kinder zeugen können, liegt das Problem beim Mann. Die Ursachen der männlichen Unfruchtbarkeit werden grundsätzlich in zwei Gruppen eingeteilt.

  • Produktionsstörungen, welche Anzahl und Qualität der Spermien beeinflussen
  • Verstopfungen der Transportkanäle, durch die Spermien nach außen gelangen

Bei 30–40 % dieser Störungen können die Ursachen nicht eindeutig geklärt werden. Wenn die Gründe für die eingeschränkte Spermienqualität oder -menge nicht gefunden werden, werden teilweise experimentelle Behandlungen durchgeführt. Studien zeigen jedoch, dass diese Methoden oft keinen nachweisbaren Einfluss haben.

Seit der Einführung der Mikroinjektion im Jahr 1992 wurde ein wichtiger Meilenstein in der Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit erreicht. Dank dieser Technik können auch bei schwerwiegenden männlichen Fruchtbarkeitsproblemen hohe Schwangerschaftsraten erzielt werden.

 

Gründe der Unfruchtbarkeit bei Männern

1. Störungen der Samenproduktion

Das häufigste Problem bei männlicher Unfruchtbarkeit sind Störungen in der Produktion und Entwicklung der Spermien. Produktionsstörungen betreffen nicht nur die Anzahl der Spermien, sondern auch Beweglichkeit und Morphologie.

Für eine normale Spermienqualität gelten folgende Referenzwerte:

  • Mindestens 20 Millionen Spermien pro ml
  • Mindestens 30 % bewegliche Spermien
  • Normal geformte Spermienrate über 4 %

Unterschreiten diese Werte die genannten Grenzbereiche, kann die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft sinken.

Viele Faktoren können die Spermatogenese negativ beeinflussen. Entzündliche Erkrankungen, bakterielle oder virale Infektionen können beispielsweise Hodenentzündungen verursachen. Bei etwa 25 % der Männer mit entzündlichen Hodenerkrankungen treten Fruchtbarkeitsprobleme auf.

Hormonstörungen, die die Testosteronproduktion beeinflussen, sowie Umweltfaktoren, Strahlung und bestimmte Medikamente, insbesondere in der Krebstherapie, können die Spermienproduktion ebenfalls beeinträchtigen.

 

2. Strukturelle Störungen

Teilweise oder vollständige Verstopfungen der Samenleitungswege können den Transport der Spermien aus den Hoden verhindern und zu Unfruchtbarkeit führen. Diese Verstopfungen können angeboren sein oder später durch Entzündungen entstehen.

Auch chirurgische Eingriffe unter bestimmten Bedingungen können solche Verengungen verursachen.

 

Männliche Unfruchtbarkeitsbehandlung

Bei männlicher Unfruchtbarkeit wird in der Regel eine IVF- oder Mikroinjektionsbehandlung für die Familienplanung eingesetzt.

Bei schwerer männlicher Unfruchtbarkeit, wenn keine Spermien durch TES oder TESA gewonnen werden können oder bei Azoospermie, kann eine Behandlung mit Samenspende empfohlen werden.

Häufig gestellte Fragen zur männlichen Unfruchtbarkeit

Wie wird männliche Unfruchtbarkeit diagnostiziert?
Männliche Unfruchtbarkeit verursacht häufig keine eindeutigen Symptome. Das Ausbleiben einer Schwangerschaft ist meist das erste Anzeichen. Die wichtigste Untersuchung ist die Spermaanalyse (Spermiogramm), bei der Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien bewertet werden.
Welche Untersuchungen werden durchgeführt?
Die wichtigste Untersuchung ist das Spermiogramm. Ergänzend können Hormonuntersuchungen, genetische Analysen und in bestimmten Fällen Untersuchungen des Hodengewebes durchgeführt werden.
Kann männliche Unfruchtbarkeit behandelt werden?
Ja, viele Formen der männlichen Unfruchtbarkeit können behandelt oder unterstützt werden. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und kann assistierte Reproduktionstechniken wie IVF oder ICSI umfassen.
Kann eine Varikozele Unfruchtbarkeit verursachen?
Eine Varikozele ist eine Erweiterung der Venen im Hodenbereich. In einigen Fällen kann sie die Spermienproduktion und -qualität negativ beeinflussen und somit eine Rolle bei Unfruchtbarkeit spielen.
Können Männer mit niedriger Spermienanzahl Vater werden?
Ja, eine niedrige Spermienanzahl kann eine Schwangerschaft erschweren, schließt sie jedoch nicht aus. Mit modernen Behandlungsmethoden können viele Männer dennoch Vater werden.
Kann männliche Unfruchtbarkeit genetisch bedingt sein?
Ja, in einigen Fällen spielen genetische Faktoren eine Rolle. Chromosomale Veränderungen oder genetische Mutationen können die Spermienproduktion beeinflussen. Daher kann eine genetische Untersuchung sinnvoll sein.
Beeinflussen Rauchen und Alkohol die Spermienqualität?
Ja, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und ungesunde Lebensgewohnheiten können sich negativ auf die Spermienproduktion und -qualität auswirken. Ein gesunder Lebensstil kann die Fruchtbarkeit unterstützen.
Beeinflusst das Alter die männliche Fruchtbarkeit?
Männer produzieren zwar lebenslang Spermien, jedoch kann sich die Spermienqualität mit zunehmendem Alter verändern. Dies kann die Fruchtbarkeit und die Schwangerschaftschancen beeinflussen.
Kann Stress die Fruchtbarkeit beeinflussen?
Ein hoher Stresslevel kann das hormonelle Gleichgewicht stören und sich indirekt auf die Fruchtbarkeit auswirken. In den meisten Fällen ist Unfruchtbarkeit jedoch multifaktoriell und sollte medizinisch abgeklärt werden.
Welche Lebensstiländerungen werden empfohlen?
Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Rauchen, ein reduzierter Alkoholkonsum und ein gesundes Körpergewicht können sich positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken.
Was ist Azoospermie?
Azoospermie bedeutet, dass sich keine Spermien im Ejakulat befinden. Dies kann durch Störungen in der Spermienproduktion oder durch Blockaden im Samenleiter verursacht werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Mögliche Optionen sind medikamentöse oder operative Therapien sowie assistierte Reproduktionstechniken wie IVF oder ICSI.

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