
IVF in Zypern
Bei der IVF Behandlung wird die Eizelle der Frau und die Samen des Mannes außerhalb des Körpers unter Laborbedingungen zusammengebracht und befruchtet. Diese Prozedur, die außerhalb des Körpers stattfindet, wird IVF (In-vitro-Fertilisation) genannt. Diese Methode, die in den 1970er Jahren entwickelt wurde, um Frauen mit geschlossenen Eileitern die Möglichkeit zu geben, ein Kind zu haben, wurde im Jahr 1978 mit der Geburt des ersten IVF-Babys Louise Brown populär. Da es die erste angewendete Methode ist, ist sie bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit das bekannteste Verfahren.
Phasen der IVF Behandlung
Das Ziel der IVF Behandlung ist es, mehrere Follikel zu entwickeln und die Chance zu maximieren, mehrere Eizellen innerhalb eines Zyklus zu gewinnen.
Bei der Vorbehandlung wird mit der Ovulationsinduktion (Spritzen im kurzen oder langen Protokoll) versucht, mehrere Eizellen zu erhalten. Die entwickelten Follikel werden alle 3–4 Tage per Ultraschall kontrolliert, bis sie die geeignete Größe erreichen. Durch die Messung der E2- und LH-Werte wird festgestellt, ob die Eizellen auf die Behandlung reagieren. Wenn die Follikel die gewünschte Reife erreichen, wird der Tag der Eizellensammlung (OPU) bestimmt. Die Eizellensammlung erfolgt unter Vollnarkose und vaginalem Ultraschall. Da hierfür mindestens 6 Stunden Nüchternheit erforderlich sind, wird der Eingriff meist morgens durchgeführt. Die Patientin kann das Zentrum etwa 2 Stunden nach dem Eingriff verlassen.
Befruchtung, Embryonenentwicklung und Embryonentransfer
Nach der Eizellensammlung (OPU) werden die gewonnenen Eizellen gewaschen und vorbereitet. Reife Eizellen werden ausgewählt und für die ICSI vorbereitet. Gleichzeitig werden die Spermien des Partners speziellen Waschverfahren unterzogen. Ein einzelnes Spermium wird mit einer Mikropipette direkt in die Eizelle injiziert. Dieser Vorgang wird für jede geeignete Eizelle wiederholt. Anschließend werden die befruchteten Eizellen in speziellem Kulturmedium im Inkubator gelagert und regelmäßig hinsichtlich Befruchtung und Entwicklungsqualität überprüft.
Am 3. oder 5. Tag werden die qualitativ besten Embryonen für den Transfer ausgewählt.
Beim Embryonentransfer liegt die Patientin in gynäkologischer Position. Nach dem Einführen des Spekulums wird die Vagina mit steriler Kochsalzlösung gereinigt und der Muttermund mit speziellem Kulturmedium vorbereitet. Der Embryologe übergibt die Embryonen in einem Katheter aus dem Labor an den Arzt, der diese unter Ultraschallkontrolle in die Gebärmutter einbringt.
Der Embryotransfer ist nicht schmerzhaft und erfordert keine Narkose. Nach dem Eingriff erhält die Patientin hormonelle Unterstützung zur Stabilisierung der Gebärmutterschleimhaut (Zäpfchen, Creme oder Injektionen). Diese sogenannte Lutealphase-Unterstützung wird im Falle einer Schwangerschaft bis zur 10. Woche fortgeführt.
Wenn keine Schwangerschaft eintritt und die Menstruation beginnt, werden die Medikamente am ersten Tag der Blutung abgesetzt. Am 12. Tag nach dem Embryotransfer wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt, und das Zentrum sollte über das Ergebnis informiert werden.
ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion)
Die Mikroinjektions-Prozedur (ICSI) ist ein Verfahren, bei dem mithilfe eines speziellen Mikroskops ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert wird. Diese Methode wird heute am häufigsten bei IVF-Behandlungen angewendet. In unserem Zentrum wird die ICSI-Technik routinemäßig bei allen Patienten eingesetzt.
Assisted Hatching
Damit sich ein Embryo erfolgreich in der Gebärmutter einnisten kann, muss er sich zunächst von seiner äußeren Hülle (Zona pellucida) befreien. Ziel der Assisted-Hatching-Methode ist es, diese Hülle vor dem Transfer leicht zu verdünnen, um das Einnisten zu erleichtern und die Schwangerschaftschance zu erhöhen. Dieser Prozess kann mechanisch, chemisch oder mittels Laser durchgeführt werden. In unserem Zentrum wird Assisted Hatching bei geeigneten Patienten ohne zusätzliche Kosten angewendet.
Was ist ein Blastozystentransfer?
Der Embryotransfer am 5. oder 6. Tag der Embryonenentwicklung wird als Blastozystentransfer bezeichnet. Die Embryonen werden im Labor bis zur Blastozystenphase beobachtet, und geeignete Embryonen werden für den Transfer ausgewählt. In dieser Phase kann die Schwangerschaftsrate höher sein, jedoch ist diese Methode nicht für alle Patienten geeignet.
Wenn nur wenige Embryonen vorhanden sind, kann das Risiko bestehen, dass nach 5 Tagen Kultur kein Embryo für den Transfer übrig bleibt. Bei ausreichender Embryonenanzahl bietet der Blastozystentransfer jedoch Vorteile bei der Auswahl entwicklungsstarker Embryonen. Wenn ein früherer Transfer am 3. Tag erfolglos war, kann beim nächsten Versuch ein Transfer am 5. Tag empfohlen werden.

